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04
Mai
17

Für eine rundum gute Geburt: Hebammen stärken, Frauen und Familien nicht allein lassen

Zum internationalen Hebammentag am 5. Mai erklärt Kerstin Andreae, MdB und stellv. Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

„Wir brauchen dringend eine Aufwertung des Hebammen-Berufes“, macht die Freiburger Bundestagsabgeordnete Kerstin Andreae anlässlich des Welthebammentages am 5. Mai deutlich. „Die Bundesregierung muss endlich handeln. Es ist nicht tragbar, dass die hohen Belastungen durch die Haftpflichtversicherung immer mehr Hebammen dazu zwingen, ihren Beruf ganz aufzugeben.“ Ständige Rufbereitschaft, die schlechte Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf und Überstunden in überlasteten Kreißsälen trügen auch nicht zu einer gesteigerten Attraktivität bei. „Das können wir uns nicht leisten, denn ohne Hebammen geht es nicht.“

Das Selbstbestimmungsrecht der Frauen bei der Wahl des Geburtsortes und eine sichere Betreuung vor, während und nach der Geburt sind auch in Freiburg und Südbaden nicht immer gewährleistet. Die meisten Frauen und Familien wünschen sich eine verlässliche Betreuung durch eine Hebamme ihres Vertrauens. Sie wollen gut beraten werden und ihre Entscheidungen in Ruhe treffen. „Die Realität sieht leider anders aus“, sagt Andreae. „Vereinzelt müssen Kliniken in Ballungsräumen Schwangere abweisen, weil die Kreißsäle überfüllt sind. In manchen Regionen müssen Frauen lange nach einer Hebamme für die Wochenbettbetreuung suchen.“

Die grün-geführte Landesregierung hat schon im März 2014 gemeinsam mit Schleswig-Holstein eine Bundesratsinitiative eingebracht, um die Geburtshilfe insgesamt zu stärken. Die grüne Bundestagsfraktion will die Situation für Schwangere und frischgebackene Eltern verbessern und hat deshalb umfassende Reformvorschläge rund um die Geburt vorgelegt. Zukünftig sollen Hebammen, die sich in unterversorgten Regionen niederlassen, einen Zuschlag erhalten. Außerdem wollen wir sicherstellen, dass jede Schwangere während wesentlicher Phasen der Geburt 1:1 durch eine Hebamme betreut werden kann. Dafür muss ausreichend Personal in den Kreißsälen vorhanden sein. Dies wollen wir durch ein verpflichtendes Personalbemessungsinstrument für Kreißsäle erreichen. Um natürliche Geburten zu fördern, wollen wir die Anreize für unnötige Kaiserschnitte in den Kliniken senken und die Einrichtung von hebammengeleiteten Kreißsälen fördern.

Andreae ruft angesichts der Zurückhaltung der Großen Koalition in Berlin auf: „Der Druck darf jetzt nicht nachlassen, gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass die Bundesregierung endlich handelt und die vorliegenden Lösungsvorschläge aufgreift. Hebammen brauchen gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung.“

Die Grünen Vorschläge für eine gute Geburtshilfe sind ausführlich in einem aktuellen Fraktionsbeschluss aufgeführt: https://www.gruene-bundestag.de/fileadmin/media/gruenebundestag_de/fraktion/beschluesse/170328_Geburtshilfe.pdf